Minister Falko Mohrs trifft auf Cuxhavener Vielfalt
Zwischen Geschichte, Bildung und Zukunftstechnologie
Ein Besuch mit vielen Stationen – und einem roten Faden: Kürzlich machte sich Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs, ein umfassendes Bild von der kulturellen und wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit Cuxhavens. Von Stadtbibliothek und Archiv bis hin zum hochmodernen Drohnen-Campus spannte sich ein Programm, das eindrucksvoll zeigte, wie eng kulturelles Erbe, Bildung und Zukunftstechnologien miteinander verbunden sind.
Erste Station war die Stadtbibliothek, wo Oberbürgermeister Uwe Santjer gemeinsam mit Ratsmitgliedern und Landtagsabgeordneten den Minister begrüßten. Im Mittelpunkt stand zunächst das Stadtarchiv, das vor zehn Jahren seinen heutigen Standort am Schleusenpriel bezogen hat.
Dass Archive längst keine verstaubten Schatzkammern mehr sind, machte der kommissarische Leiter Lars Schmidt deutlich. Mit Rekordzahlen bei Anfragen und Besuchen im Jahr 2025 erfreut sich das Archiv wachsender Nachfrage. Gleichzeitig machte Schmidt auf die großen Herausforderungen aufmerksam: Die fortschreitende Digitalisierung sei unerlässlich, um wertvolle Bestände dauerhaft zu sichern und für die Öffentlichkeit besser zugänglich zu machen. Ohne zusätzliche personelle Unterstützung seien diese Aufgaben jedoch kaum zu bewältigen – trotz moderner Technik.
Lebendig, offen und beliebt präsentierte sich anschließend die Stadtbibliothek. Leiterin Stephanie Lüder berichtete von steigenden Ausleihzahlen, zahlreichen Neuanmeldungen und einem bundesweit sehr guten Vergleichsniveau. Besonders das Veranstaltungsangebot sei ein Erfolgsfaktor: Rechnerisch finde inzwischen an jedem Öffnungstag mindestens eine Veranstaltung statt. Allein für Kinder und Jugendliche werden rund 80 Angebote pro Jahr organisiert – Tendenz steigend. „Und das alles zusätzlich zum regulären Betrieb“, hob Oberbürgermeister Santjer anerkennend hervor. Für die Zukunft stehen der Ausbau digitaler Angebote sowie punktuelle Modernisierungen der inzwischen über 30 Jahre alten Räumlichkeiten auf der Wunschliste.
Der zweite Teil des Besuchs führte den Minister in die Welt des Offshore Drone Campus Cuxhaven (ODCC), betrieben vom Fraunhofer-Institut. Dr. Hanno Schnars und Standortleiter Tim Strohbach erläuterten die Arbeit des Campus. Die 170 Meter lange Start- und Landebahn erlaubt Drohneneinsätze direkt in Richtung der Windparks in der Deutschen Bucht – ohne sensible Gebiete zu überfliegen.
Ziel der Forschung ist es, Inspektionen, Wartungs- und Reparaturarbeiten an Offshore-Windkraftanlagen künftig weitgehend per Drohne durchzuführen. Das erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern spart Zeit und Kosten. Gleichzeitig spielt der Campus eine wichtige Rolle bei der Erkennung und Einordnung unbekannter Drohnen – ein sensibles Thema in der strategisch wichtigen Elbe-Weser-Region. Perspektivisch könnte Cuxhaven hier sogar zu einer Modellregion für Drohnendetektion, Ausbildung und Sicherheitskonzepte werden, auch in Zusammenarbeit mit den Marinefliegern in Nordholz.
„Danke, dass Sie sich auf Cuxhaven eingelassen haben“, sagte Oberbürgermeister Santjer und bezeichnete die Ansiedlung des Fraunhofer-Instituts als großen Gewinn für die Stadt. Minister Mohrs zeigte sich beeindruckt von der rasanten Entwicklung des Deutschen Offshore-Industrie-Zentrums (DOIZ), dessen Produktions- und Umschlagsflächen sich täglich verändern. „Sie haben sich zum richtigen Zeitpunkt relevant gemacht“, lobte er die vorausschauende Ansiedlungspolitik.
Abgerundet wurde der Besuch durch einen Abstecher ins Museum „Windstärke 10“. Dessen Leiterin Dr. Christina Wawrzinek stellte die Arbeit des Hauses vor, bevor sich der Minister mit einem Eintrag ins Gästebuch der Stadt verabschiedete.
Für Oberbürgermeister Uwe Santjer steht fest: „Starke kulturelle Einrichtungen, innovative Wissenschaft und eine stabile Wirtschaft gehören zusammen.“ Gerade die sogenannten „weichen Standortfaktoren“ steigerten die Lebensqualität – und machten Cuxhaven zu einem attraktiven Ort zum Leben, Arbeiten und Forschen.
Abgerundet wurde der Besuch durch einen Abstecher ins Museum „Windstärke 10“. Dessen Leiterin Dr. Christina Wawrzinek stellte die Arbeit des Hauses vor. Foto: Stadt Cuxhaven
