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Schnee in Cuxhaven: Winterdienst Tag und Nacht

Ungewohnte Situation, die Rücksicht, Verständnis und Zusammenhalt erfordert

Veröffentlichungsdatum: 06.01.2026

Schnee in Cuxhaven: Winterdienst Tag und Nacht

Winterdienst ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Schnee verändert Cuxhaven tiefgreifend. Für viele Menschen ist dieses Wetter kein vertrauter Winteralltag, sondern ein Ausnahmezustand. Plötzlich wirken Straßen fremd, Wege unsicher, Routinen zerbrechlich. Das, was sonst selbstverständlich ist, fühlt sich auf einmal riskant an. Gerade in einer Stadt, in der Schnee selten ist, wächst mit jedem Zentimeter Weiß auch die Verunsicherung – im Straßenverkehr, auf Gehwegen, im täglichen Miteinander.

 

Viele Bürgerinnen und Bürger sind vorsichtiger unterwegs, andere fühlen sich überfordert oder haben Angst, das Haus zu verlassen. Diese Gefühle sind real, sie sind menschlich – und sie verdienen Verständnis. Umso wichtiger ist es, in diesen Tagen besonders aufmerksam, geduldig und rücksichtsvoll zu sein.

 

Städtischer Winterdienst zu jeder Tag- und Nachtzeit im Einsatz

 

Während viele Bürgerinnen und Bürger die Auswirkungen des Schnees im Alltag spüren, arbeiten andere nahezu ununterbrochen im Hintergrund: der städtische Winterdienst der Stadt Cuxhaven. Hier sind Menschen im Einsatz, die dann aufstehen, wenn andere schlafen. Menschen, die rausfahren, wenn Straßen glatt, Sicht schlecht und die Bedingungen alles andere als angenehm sind.

 

Bei starkem Schneefall oder Glätte arbeitet der Winterdienst bedarfsgerecht im Ein- oder Zweischichtsystem – oft unter hoher körperlicher Belastung. Ihr Ziel ist klar und gleichzeitig herausfordernd: die innerörtlichen Straßen so zuverlässig wie möglich befahrbar zu halten. An Werktagen (außer samstags) erfolgen die Räum- und Streutätigkeiten in der Regel zwischen 6.30 Uhr und etwa 20 Uhr. Samstags beginnt der Einsatz ab 8 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 9 Uhr, jeweils ebenfalls bis circa 20 Uhr. Grundsätzlich besteht nachts keine Streupflicht. Doch Schnee hält sich nicht an Uhrzeiten.

 

Hohe körperliche Belastung für die Mitarbeitenden

 

Gerade in besonderen Wetterlagen – wie rund um den Jahreswechsel – zeigt sich, was Einsatzbereitschaft wirklich bedeutet. Dann sind die Kolleginnen und Kollegen in Rufbereitschaft. Das bedeutet: kein wirklicher Feierabend, kein unbeschwertes Zuhause, sondern ständige Bereitschaft. Jeder Anruf kann den nächsten Einsatz bedeuten. Jeder Einsatz heißt Kälte, Dunkelheit, Verantwortung.

 

Zwischen dem 31. Dezember 2025 und dem 5. Januar 2026 war eine solche Rufbereitschaft eingerichtet. Die Einsätze folgten dicht aufeinander: am 2. Januar von 6 bis 12 Uhr und erneut von 17 Uhr bis Mitternacht. Es ging direkt weiter: am 3. Januar von 4 bis 14.30 Uhr und nochmals am späten Abend, bereits am 4. Januar von 3 bis 13 Uhr sowie am Folgetag (5. Januar) von 3 bis 14 Uhr. Diese Zahlen sind mehr als Uhrzeiten – sie stehen für Müdigkeit, für Durchhaltevermögen, für Menschen, die Verantwortung übernehmen, damit andere sicher ankommen.

 

Auch in solchen Ausnahmesituationen gelten gesetzliche Vorgaben zum Arbeitsschutz. Für den Winterdienst bestehen tariflich geregelte Ausnahmen, etwa zur Verkürzung von Ruhezeiten – vergleichbar mit Berufsgruppen, die in kritischen Momenten nicht einfach aufhören können. Dennoch gilt auch hier: Hinter jedem Einsatz stehen Menschen. Die Belastung für sie ist hoch, und ihr Einsatz verdient Respekt und Anerkennung.

 

200 Kilometer Strecke – Bildlich von Cuxhaven bis Hannover

 

Der Zuständigkeitsbereich des städtischen Winterdienstes umfasst rund 200 Kilometer Räum- und Streustrecke auf Straßen sowie zusätzliche Rad- und Fußwege. Welche Straßen betreut werden, ist in der Straßenreinigungssatzung geregelt. Besonders Straßen mit erhöhter Gefahr – etwa die Hangstraßen im Stadtteil Altenwalde – werden dabei gezielt berücksichtigt. Dennoch kann nicht alles gleichzeitig geräumt sein. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern Realität.

 

Pro Schicht sind rund 28 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz, unterstützt von 17 Räum- und Streufahrzeugen sowie weiteren Fahrzeugen für Handkolonnen. Jeder Einsatz folgt klaren Streuplänen – und doch verlangt jede Wetterlage neue Entscheidungen, Erfahrung und höchste Konzentration.

 

Winterdienst ist eine Gemeinschaftsaufgabe

 

Winterdienst ist jedoch keine Aufgabe, die allein von der Stadt getragen werden kann. Er ist eine gemeinsame Verantwortung. Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer sind verpflichtet, die Gehwege vor ihren Grundstücken zu räumen. Diese Pflicht ergibt sich aus der Straßenreinigungssatzung und der Straßenreinigungsverordnung der Stadt Cuxhaven.

 

Schnee ist werktags zwischen 7 und 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen zwischen 8.30 und 20 Uhr in einer Breite von mindestens 1,5 Metern zu räumen. Der Schnee gehört in die Seitenräume – nicht auf die Fahrbahn. Bei Glätte müssen die Wege trittsicher gemacht werden. Wo kein Gehweg vorhanden ist, gilt die Räumpflicht am Fahrbahnrand. Diese Regeln gelten auch bei Glätte ohne Schneefall.

 

Bei Tauwetter müssen zudem die Einläufe der Straßenentwässerung freigehalten werden, damit Schmelzwasser abfließen kann. Auftausalze dürfen nur dann eingesetzt werden, wenn eine erhebliche Gefahr anders nicht abgewendet werden kann – der Schutz von Umwelt und Grundwasser bleibt wichtig, auch im Winter.

 

Die Stadt Cuxhaven bittet alle Bürgerinnen und Bürger eindringlich um Verständnis, Geduld und gegenseitige Rücksichtnahme. Schnee ist für unsere Stadt ungewohnt – aber genau deshalb braucht es dann Zusammenhalt. Einen Moment mehr Vorsicht im Straßenverkehr. Ein bisschen mehr Geduld. Und vor allem Anerkennung für diejenigen, die bei Eis, Schnee und Dunkelheit unermüdlich für unsere Sicherheit arbeiten.