Neugestaltung Deichband: Neubepflanzung
Entscheidung zum Umgang mit zwei Rosskastanien an der Rampe
Im Zuge der geplanten Neugestaltung des Deichweges wurde in den vergangenen Monaten intensiv darüber beraten, wie mit den zwei Rosskastanien im Bereich der Rampe zum Deichweg bei NPorts umzugehen ist. An diesen Gesprächen waren neben fachkundigen Baumgutachtern auch der Umweltausschuss sowie weitere Akteure beteiligt.
Von Beginn an war klar, dass die Maßnahme im Rahmen des Förderprogramms zwingend die Herstellung der Barrierefreiheit vorsieht. Damit verbunden ist eine grundlegende Überarbeitung dieses Bereiches – nicht nur aus gestalterischen, sondern auch aus funktionalen Gründen. Trotz der bereits deutlich eingeschränkten Vitalität der beiden Bäume wurde daher ausdrücklich geprüft, ob ein Erhalt dennoch möglich ist.
Die Stadt hat sich bewusst dafür entschieden, alle fachlich vertretbaren Optionen zum Erhalt der Bäume zu untersuchen – selbst vor dem Hintergrund, dass dies zu erheblichen Mehrkosten in der Bauausführung geführt hätte und der Erhaltungszustand der Bäume bereits nicht mehr als gut einzustufen war. Ziel war es, den Baumbestand nach Möglichkeit zu bewahren.
Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, wurde ein spezieller Untersuchungsprozess in den Bauablauf integriert. Mithilfe eines Saugbaggers wurden die Wurzelbereiche freigelegt, um die Standsicherheit der Bäume zu überprüfen. Auch dieser aufwendige und kostenintensive Schritt wurde bewusst in Kauf genommen, um die Chancen auf einen Erhalt realistisch bewerten zu können.
Heute liegen die Ergebnisse vor, dass der gesamte Deichkörper – auch im oberen Bereich – stark von den Wurzeln beider Bäume durchzogen ist. Dabei handelt es sich nicht lediglich um Feinwurzeln, sondern um substanzielle Wurzeln, die für die Standfestigkeit der Bäume von entscheidender Bedeutung sind. Der für die Bauausführung notwendige Wurzelrückschnitt würde die Bäume erheblich schwächen.
Vor dem Hintergrund der hohen Windlasten in Cuxhaven sowie der starken Nutzung des Bereiches kommt die fachliche Bewertung zu dem Ergebnis, dass unabhängig von der ohnehin geringen Überlebenswahrscheinlichkeit der Bäume eine konkrete Gefahr besteht. Insbesondere bei Sturm könnte die Standfestigkeit so weit beeinträchtigt werden, dass ein Umstürzen der Bäume nicht ausgeschlossen werden kann.
Aus Gründen der Verkehrssicherheit und nach sorgfältiger fachlicher Abwägung wurde daher entschieden, die beiden Rosskastanien im Umgestaltungsprozess zu fällen und von der ursprünglich vorgesehenen Bauausführung mit Wurzelkanälen abzusehen. Durch diese Anpassung kann zudem eine Reduzierung der Baukosten um mindestens rund 100.000 Euro beim Deichband erreicht werden.
Im Rahmen der Umplanung sind an dieser Stelle hochwertige Ersatzpflanzungen vorgesehen. Geplant sind großkronige, standortgerechte Bäume in hoher Qualität, die langfristig zur prägenden Begrünung des Deichweges beitragen werden. Darüber hinaus wird der gesamte Eingangsbereich durch artenreiche Blühstaudenflächen, strukturreiche Pflanzungen sowie weitere gestalterische und ökologische Maßnahmen deutlich aufgewertet.
Ziel bleibt es, die Eingangssituation zum Deichweg nicht nur barrierefrei und funktional, sondern auch gestalterisch ansprechend und ökologisch nachhaltig zu verbessern.
