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Unser Tipp

Hier finden Sie Tipps zu Medien, die unserem Team ganz besonders gefallen haben, aber auch Empfehlungen von Bibliotheksbenutzern. Haben Sie selbst etwas bei uns ausgeliehen, das sie anderen ans Herz legen möchten? Schreiben Sie uns eine kurze Kritik und wir veröffentlichen sie an dieser Stelle (Änderungen vorbehalten).



Megan Miranda: Tick Tack
Der spannende Kriminalroman „Tick Tack“ von Megan Miranda erzählt die Geschichte von Nic, die nach langer Zeit wieder in ihre Heimatstadt zurückkehrt. Vor zehn Jahren verschwand hier ihre beste Freundin Corinne spurlos. Kaum kehrt Nic zurück, wiederholt sich die Geschichte. Eine weitere junge Frau verschwindet. Nic will nun endlich verstehen, was damals geschah.
 
Hideo Yokoyama: 64
Der Roman des japanischen Autors ist in seinem Heimatland überaus erfolgreich und gelangte auch in Deutschland auf die Spiegel-Bestsellerliste. Vermarktet wird er als Thriller, was dem Buch nicht gerecht wird. Es geht vordergründig um einen ungeklärten, vierzehn Jahre alten Entführungsfall; den größten Teil des mehr als 750 Seiten umfassenden Romans nehmen jedoch Intrigen und Machtkämpfe innerhalb des Polizeiapparates ein und die Innenschau des Protagonisten, des Pressesprechers und ehemaligen Ermittlers Mikami. Denn über all dessen dienstlichen Problemen schwebt als großes Unglück das Verschwinden seiner Tochter Ayubi. - Den Reiz des Buches machte für mich aus, sich als Nicht-Japankennerin immer wieder zu fragen, ob die geschilderte Bürokratie, der ruppige Umgang untereinander vom Verfasser absurd überzeichnet wurden oder wirklich so geschehen könnten. Die gesellschaftliche und berufliche Stellung der Frau, der von gegenseitiger Feindseligkeit geprägte Umgang mit der Presse, das Hierarchiedenken – all das ist für uns Deutsche so nicht vorstellbar. Fazit: Ein interessanter und zum Nachdenken anregender Roman, der weniger Krimi als vielmehr Gesellschaftsroman ist und der dem Leser einiges an Durchhaltevermögen abverlangt, auch wenn die überraschende Lösung des Entführungsfalles dann für manches entschädigt.
 
Betty Smith: Ein Baum wächst in Brooklyn
Eine wunderbare literarische Wiederentdeckung! New York, vor und während des Ersten Weltkriegs: Francie, ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, wächst in einer liebevollen Familie auf. Ihre Kindheit ist durchdrungen von Verzicht und Entbehrungen. Francies größte Freude ist das Lesen und sie träumt davon, einmal Schriftstellerin zu werden. Aufmerksam beobachtet sie ihre Umgebung und beschreibt sie lebendig. Wird Francie es schaffen, trotz aller Widerstände die Mauern ihrer Herkunft zu durchbrechen? - Der in einer klaren und bildhaften Sprache verfasste Gesellschaftsroman wurde 1944 für den Pulitzerpreis nominiert und war schon damals ein großer Erfolg. Betty Smith stammte aus einer deutschen Einwandererfamilie; viele eigene Erfahrungen sind in ihr Buch eingeflossen, dies trägt sicherlich dazu bei, das Buch so wahrhaftig wirken zu lassen. Die Verfilmung Elia Kazans wurde mit zwei Oscars prämiert. Eike Schönfeld hat den Roman neu übersetzt. Eine Geschichte, die bewegt und im Leser nachwirkt.
 
Hawker, L.S.: Grausames Erbe
Wer spannende Bücher mag, liegt hier richtig. Petty Moshen, knapp zwanzig, hat gerade ihren Vater Charlie verloren. Der hat sie völlig abgeschottet von ihrer Umwelt aufwachsen lassen und sie mit eiserner Härte zu einer durchtrainierten und wehrhaften Amazone erzogen. Was steckt dahinter? Trotz ihrer Trauer über den Tod des Vaters freut Petty sich nun auf die neu gewonnene Freiheit. Diese Freude währt allerdings nur kurz, denn Charlie hat ihr Leben auch über seinen Tod hinaus bis ins Kleinste geregelt, so dass Pettys Zukunft zementiert scheint. Nur gut, dass sie zufällig Dekker, einen abgebrochenen Studenten und Musiker kennenlernt und dieser Loser unfreiwillig zu ihrem Komplizen auf der Flucht vor Erbschleichern, Polizisten und Schwerverbrechern wird. Noch besser, dass Pettys Vater sie so sorgfältig ausgebildet hat …