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Cuxhaven: Städtische Friedhöfe jetzt immaterielles Kulturerbe


Die städtischen Friedhöfe Cuxhavens stehen jetzt im Zeichen des immateriellen Kulturerbes Friedhofskultur. Stellvertretend für die fünf besonderen Orte wurde am Freitag auf dem Friedhof in Brockeswalde ein entsprechendes Schild an der Trauerhalle angebracht.




Martin Wiebusch von der Stadt Cuxhaven brachte das Schild an der Trauerhalle an. Foto: Stadt Cuxhaven

 

Um die Bedeutung der Friedhofskultur wieder in den Vordergrund zu stellen, wurden nun deutschlandweit über 100 Ruhestätten ausgezeichnet. Darunter auch die städtischen Friedhöfe Cuxhavens.

 

Trauern, erinnern, pflegen: Friedhöfe haben eine wichtige Bedeutung für Menschen und die Gesellschaft. Um die Anlagen und die damit verbundene Kultur wertzuschätzen, gab es diese Auszeichnung. Bereits im März hatte die Kultusministerkonferenz auf Empfehlung der Deutschen UNESCO-Kommission diese Ernennung zum immateriellen Kulturerbe beschlossen. Allerdings ging die Auszeichnung im Corona-Lockdown völlig unter, weshalb man jetzt mit der Aktion „Friedhöfe auszeichnen“ auch in Cuxhaven auf dieses vielschichtige Kulturerbe aufmerksam macht.

 

Martin Wiebusch von der Stadt Cuxhaven brachte das Schild am Freitag im Rahmen einer Zeremonie auf dem Brockeswalder Friedhof an. Zuvor fand Horst Müller, Leiter des Referats Technische Dienste, besondere Worte für die Friedhöfe der Stadt. „Der Friedhof ist vor allem auch ein Ort der Lebenden“, sagte Müller weiter, „der weit über die persönlichen Trauerrituale hinaus identitätsstiftende Bedeutung für unsere Gesellschaft hat.“ Hervorzuheben ist zum Beispiel die historische Dimension der Denkmäler. Der Kulturraum Friedhof bildet zudem einen der größten Skulpturenparks der Stadt Cuxhaven und ist zugleich Inspirationsfläche für viele Kunstformen. Besonders bedeutsam ist die soziale Funktion: Der Friedhof erweist sich als Treffpunkt für Familien oder Angehörige und wirkt auch sozialer Vereinsamung von Hinterbliebenen entgegen. Nicht zuletzt zeigt sich dieser Kulturraum über kulturelle und religiöse Unterschiede hinweg als ein Ort der Integration und des Friedens. Nicht zu vergessen ist die Bedeutung der Friedhöfe für den Naturschutz, zum Beispiel auch als Ort der Biodiversität.

 

Grundvoraussetzung für die Ernennung der Friedhofskultur in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe war für die UNESCO „die Lebendigkeit der kulturellen Ausdrucksform“. Es gehe nicht um ein mumifizieren unserer Friedhöfe, sagte Müller, sondern um deren zeitgerechte Weiterentwicklung. So werde man auch in Zukunft Bestattungsformen anbieten, die den Wünschen der Menschen entsprechen wie z.B. naturnah gestaltete oder pflegeleichte bzw. pflegefreie Grabformen.

 

Zum Abschluss gab es für die Interessierten noch eine Führung über die parkähnliche Anlage in Brockeswalde. Die Auszeichnung der städtischen Friedhöfe Cuxhavens hat das „Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur“ initiiert, das sich der Pflege und Weiterentwicklung dieses Kulturerbes verschrieben hat. Auf seiner Seite www.kulturerbe-friedhof.de finden sich umfangreiche Informationen über die Friedhofskultur in Deutschland, die Ernennung zum immateriellen Kulturerbe und deren Bedeutung für unsere Gesellschaft.

 

Stellvertretend für alle städtischen Friedhöfe erhielt der Brockeswalder Friedhof am Freitag die Auszeichnung. Foto: Stadt Cuxhaven

 

 
Marcel Kolbenstetter


https://www.cuxhaven.de