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Schiffsbrandbekämpfung

Schiffsbrandbekämpfungseinheiten der Berufsfeuerwehr Cuxhaven

Vorbereitung auf der Anfahrt


Bis zum Jahre 1991 wurde bei Bränden oder Hilfeleistungen auf Schiffen, die in der Nordsee, der Elbe oder im landeseigenen Hafen von Cuxhaven in eine Notlage geraten waren, zwar auch die Feuerwehr der Stadt Cuxhaven eingesetzt, jedoch handelte es sich hierbei eigentlich um Einsätze außerhalb des Einsatzgebietes, und somit ohne direkte Zuständigkeit der Stadt Cuxhaven.

Seit 1989 wurde von der damaligen Hauptberuflichen Wachbereitschaft und heutigen Berufsfeuerwehr Cuxhaven ein seit dem ständig modifiziertes Konzept zur Schiffsbrandbekämpfung erstellt. Das Land Niedersachsen und die Stadt Cuxhaven schlossen am 01.07.1991 eine Verwaltungsvereinbarung, die seitdem die Zuständigkeiten, Vorgehensweisen und finanziellen Verpflichtungen der Vertragspartner hinsichtlich der Vorbereitung und des Einsatzes bei oben genannten Fällen regelt.

So trägt jetzt das Land einen Teil der Personalkosten und finanzierte nach Vorgaben der BF eine umfangreiche feuerwehrtechnische und seemännische Ausrüstung die es erlaubt, bereits auf See erste Maßnahmen zu ergreifen, um einen Brand zu bekämpfen oder technische Hilfe zu leisten. Das gesamte Equipment ist nach Bedarf entweder einzeln in kleinen Einheiten (je nach Erfordernis) oder auch komplett in Abrollbehältern auf einem Hilfsschiff des Bundes, z. B. der "Neuwerk" oder der "Baumrönne", verladbar. Später ist dann, z.B. nach Erreichen eines Notliegeplatzes mit dem Havaristen, die selbe Ausrüstung im Hafen weiter verwend-und ergänzbar.

Vorgehen an Bord
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Vorgehen an Bord

Die Gerätschaften sind aufgabenspezifisch in individuell umgebauten Gitterboxpaletten untergebracht, die wiederum auf Abrollbehältern verlastet wurden. Zwei der Gitterboxen sind so konzipiert, dass sie mit Hubschraubern vom Typ "Seaking" transportiert werden können. Zwei weitere Spezial-Boxen beinhalten je eine Schleppleine mit B-Schlauchleitungen bzw. mit einem Kabel zur Stromversorgung. So kann eine robuste und unabhängige Versorgung von einem der Hilfsschiffe zum Havaristen aufgebaut werden, die auch bei Seegang stand hält.

Auf dem CuxPort-Terminal des Cuxhavener Hafens werden im transeuropäischen Seeverkehr ununterbrochen unter anderem auch große Mengen Gefahrstoffe umgeschlagen und zwischengelagert.
Unsere Ausrüstung für Gefahrstoff-Unfälle wird hierfür ebenfalls in einem Abrollbehälter vorgehalten. So ist eine Nutzung an Land wie auch auf einem Schiff möglich.
Der größte Teil unserer Mitarbeiter hat inzwischen mehrere Sonderausbildungen absolviert wie z.B.

• "Überleben auf See" (ein Sonderprogramm des MFG 3 Nordholz),
• Hubschrauber-Übungen mit dem MFG 5 Kiel-Holtenau,
• Sportbootführerschein und erweitertes See-Sprechfunkzeugnis.

An der Staatl. Seefahrtschule Cuxhaven besuchen wir speziell auf unsere Bedürfnisse zugeschnittene Seminare zu den Themen Schiffkunde, Schiffstechnik, Seemannschaft, Rettungsmittel, Beladung, Nautik und Fachenglisch.

Regelmäßig fahren unsere Kollegen die einwöchigen Törns auf dem Schadstoffunfallbekämpfungsschiff (SUBS) "Neuwerk" des Wasser- und Schifffahrtsamtes mit, um das theoretisch über die Seefahrt erlernte in die Praxis umzusetzen und so die notwendige "Bordroutine" zu bekommen.
Mit den verschiedenen Organisationen und Behörden üben wir regelmäßig.
Je nach Lage werden Verletztenversorgungsteams (VVT) oder Brandbekämpfungseinheiten (BBE) ausgeflogen oder
Verletztenversorgungsteam See
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Verletztenversorgungsteam See

mit Hilfsschiffen zum Einsatzort auf See gebracht.

Die sehr stark zunehmende Anzahl von Offshore-Windkraftanlagen macht es zudem erforderlich, dass sich unsere Einheiten speziell auf die Versorgung von verletzten oder erkrankten Monteuren auf diesen Anlagen vorbereitet. Hier ist die Ausbildungs-Kombination unserer Höhenretter mit der Ausbildung als Schiffsbrandbekämpfer und Rettungsassistent von besonderem Vorteil. Einsätze dieser Art werden intensiv geübt und mussten auch bereits abgearbeitet werden.